Advent und Wichteln · Adventskalender · Alle Beiträge

21.12.21

Ein kolossales Datum. Dann auch noch Wintersonnenwende und Julfest.

Ach, und bei den Wichtelchen wird die Tanne für den Heiligen Abend geschlagen.

Ich erinnere mich, als ich Kind war sind wir tatsächlich noch in das Wäldchen hinterm Haus gezogen und haben uns einen Baum ausgesucht und geschlagen.
Manchmal lag sogar Schnee.

Weihnachtsmärkte gab es noch nicht.
Und die Geschenke für uns Kinder konnten bei uns im Dorf gekauft werden. Es gab noch eine gesunde Infrastruktur.
Mein großes Schildkrötbaby saß lange Zeit im EDEKA-Geschäft und war ganz nackig.
Heilig Abend zog es dann mit Hilfe des Weihnachtsmannes in mein Kinderzimmer um.
Der Weihnachtsmann war schlau, der wußte genau, was ich mir gewünscht hatte.

Wenn ich heute durch mein Heimatdorf fahre, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln.
Alles weg. Kein Kaufmann mehr von 5.
Keine Bank mehr, weder Sparkasse noch Raiba.
Keine Post mehr.
Ebenso gab es zwei Schneidermeister, zwei Metzger, zwei Bäcker, zwei Friseure, einen Schuster, eine Schmiede, ein Fahrradgeschäft, einen Angelladen, 2 Gastwirtschaften, 2 Tankstellen, Maurer, Klempner, Tischler, Elektriker, Allgemeinmediziner und Zahnarzt. Und das bei nur 800 Einwohnern.
Es hat alles wunderbar funktioniert. Dann wurde die Hauptschule aus dem Ort genommen und schwupp, der Abstieg war vorprogrammiert.

Manchmal wünsche ich mir diese kleine „heile“ Welt zurück.

Noch dreimal schlafen und dann …

Euch allen eine schönen und hoffentlich ruhigen Tag.

Herzlichst

Silvia

2 Kommentare zu „21.12.21

  1. Man kann ihn nur schwer aufhalten, den Wandel, und nicht immer ist es ein Wandel zum Besseren. Denn was machen die älteren und nicht (mehr) so mobilen Menschen, wenn es keine Infrastruktur mehr gibt. Mit diesem Strukturwandel haben alle kleineren Dörfer/Ortschaften zu kämpfen, aber hier und da tragen die Einwohner selbst natürlich auch ihren Teil dazu bei, wenn sie beim örtlichen Kaufmann nur alle Nase lang mal einkaufen gehen, die großen Besorgungen aber lieber (und oft auch verständlicherweise) im Discounter vor den Toren der Stadt machen. Ein Teufelskreis, denn von der vergessenen Butter und Milch alle paar Wochen lang kann der kleine Kaufmann natürlich nicht leben und für Menschen ohne viel Einkommen ist der Einkauf im Dorfladen nicht finanzierbar. Du sagst es, liebe Silvia, auch ich träume manchmal von dieser kleinen heilen Welt… Mancherorts gibt es inzwischen tolle (Dorf-)Initiativen, die aber auch nur eine Chance haben, wenn die Einwohner sie auch wahrnehmen und unterstützen.

    Jetzt erst einmal noch dreimal schlafen und dann lass uns mal für 2 1/2 Tage gedanklich die Füße hochlegen und den Zauber der Weihnachtszeit genießen. ♥

    Herzensgrüße

    Anni

    1. Ja, liebe Anni, dreimal werden wir noch wach, heissa dann ist Weihnachtstach.
      So reimt sich das doch viel eher, oder?

      Zu den Dorfläden ist noch zu sagen, dass sie leider immer nur ein begrenztes Warenangebot haben.
      Aber da gehört sowieso ein Riegel vorgeschoben.
      Zwei Orte weiter hat eine neue EDEKA aufgemacht, ätzend!
      Wozu braucht man 25 Sorten Senf??? (Oder Ähnliches) Das überfordert mich. Es ist auch nie oder nur selten ein Verkäufer zu sehen. Und einen netten Schnack gibt es auch nur im Tante Emma Laden…

      Aber da könnte man sicherlich Stunden drüber schreiben.

      Ich wünsch dir noch einen schönen Abend!

      herzlichst Silvia

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